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Die Cachaça

Brasilien

Brasilien

Die Geschichte der Cachaça reicht bis in die Zeit von Columbus' Entdeckung der Neuen Welt zurück. Als das Geburtsjahr des heutigen Brasilien gilt das Jahr 1500. Schon damals brachten portugiesische Einwanderer von Madeira und den Azoren die Zuckerrohrpflanze und das Rezept, wie daraus ein Destillat gemacht wird, mit.

Im Zuge der Besiedlung Brasiliens verbreitete sich nun die Cachaça in Windeseile.
Zuerst waren z.B. die Gebiete der heutigen Bundesstaaten Pernambuco, Bahia, dann auch Rio de Janeiro besiedelt.
Das Gebiet von Minas Gerais wiederum wurde ab 1800 deshalb so flächendeckend erschlossen, weil dort Gold und Edelsteine in großen Mengen zu finden waren. Hier setzte eine Art Goldrausch, wie er auch in Nordamerika stattfand, ein.

Die harte Arbeit des Schürfens und der schnell zunehmende Reichtum machte gerade in Minas Gerais den Weg zu einer Art der Produktion von Cachaça frei, die weit über die Mengen des Eigenbedarfs hinausging. So war dann die Grundlage für die Produktion und den Verkauf von Cachaça fernab der Küste gelegt, das Land Brasilien selbst wurde zum Hauptabnehmer des flüssigen Goldes, das aus Minas Gerais stammte.

Aus den genannten Gründen sind speziell die Bundesstaaten Rio de Janeiro und allen voran Minas Gerais noch heute die größten Produzenten der Cachaça.

Santa Catarina

Santa Catarina

Die weiterentwickelte Cachaça

In einer zweiten Einwanderungswelle ab dem 18. Jahrhundert wurde dann der Süden Brasiliens besiedelt. Auch hier brachten die portugiesischen Einwanderer das Rezept zur Herstellung von Cachaça mit. Diese unterschied sich jedoch von der Cachaça, die der Norden damals herstellte und oft noch heute herstellt.

In den 200 Jahren vom 16. bis zum 18. Jahrhundert wurden in Europa die Methoden im Zeitalter der Manufakturen deutlich weiterentwickelt. Die Fermentation wurde nun anhand definierter Kulturen genauestens gesteuert und auch die Destillation bediente sich damals neuer Verfahren. Während im Norden teils primitive Destillen aus Ton üblich waren, begann im Süden der Siegeszug der ebenfalls aus dem angelsächsischen bekannten Kupferkessel, den sogenannten Pot Stills (portugiesisch: „Alambique“, aus dem Arabischen „al-anbiq“: Vase oder Kupfervase, in der destilliert wird).

So hatte das verwendete Kupfer währen der Destillation durch seine katalytische Wirkung qualitätsverbessernde Eigenschaften. Auch war es dem grobporigen Ton überlegen, wenn es darum ging, unerwünschte Fremdaromen zu vermeiden. Und schließlich waren die neuen Kupferkessel wesentlich unempfindlicher gegenüber mechanischen Einwirkungen. Eine neue Generation von Cachaça war geboren.