Pot Still-Destillation (Cachaça de Alambique)
Schematische Zeichnung einer Destille, die nach dem Pot Still-Verfahren arbeitet
Eine Cachaça kann auf mehrere Arten destilliert werden. Dabei hat die Konstruktion der Destille einen entscheidenden Einfluß auf die spätere Qualität. Schon seit dem 18. Jahrhundert wird echte Cachaça mit einer Destille im Pot Still-Verfahren – im portugiesischen auch als „Alambique“ bezeichnet (aus dem Arabischen „al-anbiq“: Vase oder Kupfervase, in der Likör destilliert wird) – gewonnen. Es handelt sich dabei um einen großen Kessel aus Kupfer, der sich nach oben verjüngt. Dessen Form erinnert an eine Zwiebel oder an die Art der Destillen, die mit den alten Alchemisten in Verbindung gebracht werden.
In dem schmalen, nach oben führenden Rohr sind Lochbleche untergebracht. An diesen Böden kondensiert die Flüssigkeit, die durch den Siedeprozeß fälschlicherweise mit in die Höhe gerissen wurde. Diese Flüssigkeit nicht abzufangen, würde den Geschmack empfindlich beeinträchtigen.
Weiter oben macht das Rohr eine Biegung und führt zur Kondensation wieder nach unten. Direkt an der Biegung ist ein Thermometer angebracht. Dieses Thermometer läßt ein guter Brennmeister kaum aus den Augen. Nur anhand der Bewegung des Thermometers kann er nun sehen, welche Inhaltsstoffe durch die Destillation freigesetzt werden, denn jede Substanz hat ihren eigenen Siedepunkt. Kondensiert im Bogen des Rohres bei einer bestimmten Temperatur eine Substanz, kann der Brennmeister sie entweder abfangen oder verwerfen. Wann genau er was macht, ist auch immer ein Stück sein ewiges Geheimnis.